Rankingfaktoren: Searchmetrics vs. SeoMoz (jetzt Moz)

Rankingfaktoren: Searchmetrics vs. SeoMoz (jetzt Moz)

cyberpromote Blog
von den SEO, SEA und Usability Pionieren

4 Jul, 2013

Rankingfaktoren sind für jeden SEOler das Salz in der Suppe. Oder besser: Es ist die Suppe, die Brühe, in der wir tagtäglich rühren und uns jede Menge Gewürze ausdenken, damit die Suppe schmeckt. Gerade die letzten 2 Jahre haben in der SEO Szene viel bewegt, weil Google (endlich mal) seine Algorithmen so angepasst hat, dass viele unzulässige Formen der Optimierung weitgehend automatisiert erkannt werden.

Nachdem wir bei cyberpromote gebetsmühlenartig seit einigen Jahren das Thema Usability als kommenden wichtigen Rankingfaktor auf Veranstaltungen verkündet haben (und dafür immer wieder Häme ertragen durften), übt sich die Branche weiterhin darin, Shares und Likes als den Erfolgsfaktor schlechthin zu feiern. Allerdings gab es eine wichtige Wende Anfang 2013, als Rand Fishkin sich in Selbstkritik übte und gestand, dass er mit Schuld an dem Thema Rankingfaktoren trägt, die SeoMoz auch selbst regelmäßig veröffentlichte. Denn der Begriff Rankingfaktor ist falsch, wenn man die Korrelation von Daten auswertet. Denn er suggeriert, dass es eine Ursache und eine Wirkung gibt. Doch von einer Korrelation kann man nicht auf eine Kausalität schließen.

Sistrix hat in einem Interview mit einem Statistikexperten gezeigt, dass die Methodik an sich sehr problematisch ist. Dennoch hat Searchmetrics auch die Rankingfaktoren 2013 veröffentlicht, und die Presse berichtet wie immer darüber. Aus Sicht von Searchmetrics ist das Ziel der Aufmerksamkeit erreicht. Mir geht es aber um die Inhalte.

ConsiderSEOIn einem Vortrag von Maile Ohye von Google aus 2012 wurde auch noch mal die Bedeutung der User Experience in den Vordergrund gestellt. Allerdings kann die User Experience weder von Searchmetrics noch von SeoMoz (jetzt „Moz“) erfasst und ausgewertet werden. Und es gibt noch mehr mögliche Kriterien für das Ranking. Bereits bekannte und erwiesene Rankingfaktoren wie die Ladezeit spielen bei der aktuellen Analyse keine Rolle. Hier zeigt sich schon, dass da irgendwas nicht ganz richtig läuft.

Zuletzt hat Guru Matt Cutts auf der SMX gesagt, dass Social Media der am meisten überschätzte Rankingfaktor ist und Usability wohl der am meisten unterschätzte Rankingfaktor. Er erklärt auch zumindest ansatzweise, was die Ursache ist. Neben der Tatsache, dass Google die Inhalte aus Facebook und Twitter kaum lesen kann und darf, gibt es ein paar plausible Gründe.

1) Facebook und Google sind Mitbewerber. Es wäre schon selten dämlich, wenn Google Gründe liefert, dass man auf Facebook aktiv sein sollte. Sicherlich ist dieses Verhältnis auch mit ein Grund, warum Google sich in der Beziehung stets sehr vage ausdrückt. Falsche Äußerungen könnten sofort rechtliche Konsequenzen haben. Immerhin könnte Google seine Position ausspielen und sein eigenes Google+ dadurch pushen. Das tut Google auch, aber eben mit Vorsicht. Langfristig dürfte es vielleicht sowieso zu einem Rechtsstreit kommen. Solange Google+ aber deutlich weniger Marktanteile hat, dürfte Facebook das nicht sonderlich ärgern.

2) Wie Matt Cutts sagt, darf und kann Google vieles gar nicht indexieren. Man muss sich nur mal die robots.txt von Facebook und Twitter ansehen. Facebook ist ein Mitbewerber und will Google gar nicht zu viele Informationen geben. Denn das ist der Schatz von Facebook den man ungern teilt. Und das wird sich sicherlich auch nicht ändern.

3) Die Social Signals sind beschränkt und sind nicht für alle Themen und alle Websites verfügbar. Somit wird Social stets nur ein Teil des Webs abdecken. User Signals aber gibt es für alle Suchbegriffe. Seit Google Instant betreibt Google Mouse Tracking auf den Suchergebnisseiten und kann erfassen, wer wo klickt und wann wer wieder zu den Suchergebnissen zurückkehrt. Das ist für jeden Suchbegriff möglich. Gibt es Treffer bei denen ein Großteil auf eine Webseite geht und dann innerhalb eines Zeitfensters wieder zu den Suchergebnissen zurückkehrt, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass die Webseite nicht zum Suchbegriff passt. Sicherlich wird das begriffsbezogen gemacht und wirkt sich nur dann aus, wenn auch Klicks in den Suchergebnissen generiert werden, die statistisch belastbar sind.

4) Social Signals wie Shares und Likes sind leicht manipulierbar. Es gibt viele Artikel zu dem Thema und es gibt Unternehmen, die das auch schon zugegeben haben. Es gibt sogar Menschen, die teilweise davon leben und als viele Identitäten im Netz aktiv sind. Als Beispiel sei hier nur ein Artikel aus der Welt genannt. Coca Cola, Warsteiner und Mercedes werden nur beispielhaft erwähnt. Auch wenn Facebook das offiziell verurteilt, wird es Facebook nicht wirklich groß stören.

Grundsätzlich  soll das nicht heißen, dass Social Media nicht seine Berechtigung hat und auch sinnvoll sein kann. Es geht alleine um die Frage, was man tut, um bessere Platzierungen zu bekommen. Social Media sollte man nur deswegen tun, um die Möglichkeiten von Social Media optimal zu nutzen. Aber das hat mit den Platzierungen nur indirekt etwas zu tun. Denn Social Media kann tatsächlich für Linkaufbau sorgen. Dann, wenn man Mehrwerte hat, etwas zu erzählen hat. Dann sind es nicht die Shares und Likes, die wichtig sind, sondern die Menschen, die über Unternehmen, Menschen und Geschichten erzählen, diese teilen und auch Links setzen. Und dann tun sie das idealerweise über Ihr Unternehmen.

Meine Suppe steht auf dem Herd und fängt langsam zu kochen an. Salz und Pfeffer stehen bereit. Guten Appetit!

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