Google Bombing: Die Bombe ist zurück

Google Bombing: Die Bombe ist zurück

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von den SEO, SEA und Usability Pionieren

13 Jun, 2013

In 2004 gab es den bekannten Fall, dass die Suche nach „miserable failure“ in Google die Webseite des Weißen Hauses mit der Seite von George Bush als ersten Treffer ausgab. Seit kurzem schlägt nun der Google Knowledge Graph zu und bringt George W. Bush in die Suchtreffer, auch in den deutschen Suchergebnissen. Das eingeblendete Ergebnis für George W. Bush kommt aus dem Google Knowledge Graph, einer Technik, die Google seit Mitte 2012 für die Suchergebnisse nutzt.

miserable_failure

Damals entstand der Begriff „Google Bombing„, also die bewusste Ausnutzung der Google Algorithmen, um Webseiten mit bestimmten Begriffen zu verknüpfen. Diese Bombe funktioniert, obwohl auf der Webseite, die ganz oben in den Suchergebnissen landet, der gesuchte Begriff kein einziges Mal vorkommt. Dies zeigt, dass der Algorithmus vor allem die Linktexte der Links zu einer Webseite auswertet.

Interessant in dem Zusammenhang ist, dass Google Suggest auch bei der Suche nach George Bush die Kombination mit miserable failure anzeigt:

google_boming

Allerdings erst, wenn man gezielt danach sucht. Die Zahl der negativ besetzten Suchbegriffe, die Google in Kombination mit George Bush anzeigt, ist groß. Der zuletzt bekannte Fall von Bettina Wulff hat gezeigt, dass Google hier nicht ohne weiteres jedwede Vorschläge unterbreiten darf. Und das Bundesgericht sah das letztlich auch so und entschied in einem anderen, vergleichbaren Fall, dass persönlichkeitsrechtsverletzende Suchergänzungsvorschläge (schönes Juristendeutsch) von Google zu entfernen sind. Bettina Wulff will nun also alle Vorschläge von Google bereinigen lassen.

Nun darf man gespannt sein, ob es beim Google Knowledge Graph auch solche Klagen geben wird. Ob George Bush klagen wird, ist nicht bekannt. In der englischen Presse erhielt das deutsche Urteil viel Aufmerksamkeit. Es gibt aber bezüglich des Google Knowledge Graph keine anderen Beispiele, die man als persönlichkeitsrechtsverletzend einstufen könnte. Es dürften aber auch hier Streitigkeiten vor Gericht folgen.

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